3. Hoyerswerdaer Schlaganfalltag:
Informationen für Experten und Bürger

Prof. Dr. med. habil. Fritjof Reinhardt, leitender Arzt der Stroke Unit des Lausitzer Seenland Klinikums eröffnete den wissenschaftlichen Teil des 3. Hoyerswerdaer Schlaganfalltags.
Foto: Seenland Klinikum
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Prof. Dr. med. habil. Fritjof Reinhardt, leitender Arzt der Stroke Unit des Lausitzer Seenland Klinikums eröffnete den wissenschaftlichen Teil des 3. Hoyerswerdaer Schlaganfalltags.
Foto: Seenland Klinikum
Hoyerswerda, 7. September 2010. Über 100 Ärzte und andere Experten nutzten am vergangenen Samstag den 3. Hoyerswerdaer Schlaganfalltag – „Protektion von Hirn und Herz“ –, um sich über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse auf diesem Gebiet zu informieren und mit den Partnern des Lausitzer Modells der Versorgung von Schlaganfall-Patienten zu diskutieren. Veranstalter war, wie schon in den vergangenen Jahren, das Lausitzer Seenland Klinikum.

Schlaganfall ist die häufigste Ursache für bleibende Behinderung und Demenz wie auch von Altersepilepsie und Depression. Der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zufolge erleiden rund 200.000 bis 250.000 Menschen in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Die Weltgesundheitsorganisation sieht in dieser schwerwiegenden Erkrankung die Epidemie des 21. Jahrhunderts. Die Häufigkeit an Neuerkrankungen wird sich bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Ein Gegensteuern gegen individuelles Leid und volkswirtschaftlichen Kollaps sei, darin sind sich die Experten einig, nur zu erreichen, wenn die Effizienz der Schlaganfallprophylaxe gesteigert, die Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft und die zur Verfügung stehenden Methoden gezielt eingesetzt werden.

Für den Samstagnachmittag hatte Dr. med. Olaf Altmann, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, zum Patientenforum eingeladen. Dieser Einladung folgten rund 150 Patienten und Interessierte BürgerInnen aus der Region des Lausitzer Seenlands.
Chefarzt Dr. Altmann betonte in seinem Vortrag insbesondere die Bedeutung von Prophylaxemaßnahmen, die jeder selbst durchführen kann, um das Risiko eines Schlaganfalls/Herzinfarktes deutlich zu reduzieren. Am wichtigsten seien in diesem Zusammenhang Nikotinverzicht, gesunde Ernährung, Abbau von Übergewicht, regelmäßige körperliche Betätigung, Stressabbau, regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, Blutfett-, und Blutzuckerspiegels sowie die konsequente Einnahme verordneter Medikamente. Raucher erleiden beispielsweise viermal häufiger einen Herzinfarkt als Nichtraucher. Ein weiterer Risikofaktor ist eine familiäre Veranlagung für Schlaganfall.
Sobald Symptome eines Schlaganfalls wie Lähmungen, Taubheitsgefühl, Seh- oder Sprachstörungen auftreten, sollte unverzüglich der Rettungsdienst alarmiert werden, damit medizinische Maßnahmen ergriffen werden können.
Das Lausitzer Seenland Klinikum setzt damit auch im 2. Halbjahr seine umfangreichen medizinischen Informationsveranstaltungen mit Symposien, Sonntagsvorlesungen und Abendveranstaltungen fort.