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20 Prozent Preisnachlass: AP muss um seine US-Zeitungskunden kämpfen

Zwei Jahre sind im Universum des Nachrichten-Riesen Associated Press eine elementare Zeitspanne. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat die US-amerikanische Agentur ihre Abonnements-Gebühren nach eigenen Angaben um fast 20 Prozent gesenkt, um der kriselnden Zeitungsbranche entgegen zu kommen.

Allerdings beträgt auch die Kündigungsfrist für die AP-Mitgliedschaft zwei Jahre. Im Jahr 2008 reichten deshalb nicht weniger als 180 Zeitungen - 14 Prozent der US-Zeitungskunden - bei AP präventiv die Kündigung ein. Wenigstens 50 Blätter haben laut einem Bericht des Branchendienstes Editor&Publisher inzwischen wieder einen Rückzug vom Rückzug gemacht, nachdem AP im April eine neue Gebührenstruktur angekündigt hatte.

Unter dem Strich sollen die Zeitungen damit im nächsten Jahr 35 Millionen Dollar einsparen. Schon für 2009 hatte AP die Preise um 30 Millionen Dollar gesenkt. Sogar die zweijährigen Kündigungsfrist will AP abschaffen. Zeitungen, die sich weiterhin langfristig binden, werden jedoch mit Rabatten belohnt.

Das Tribune-Experiment
Die Gretchen-Frage, die sich auch deutsche Verlage im Verhältnis zur dpa gestellt haben, lautet: Können wir ohne die größte und teuerste Nachrichtenagentur auskommen? Bei der insolventen Tribune Company probiert man das gerade für eine Woche aus und verlässt sich neben Inhalten aus den eigenen Blättern auf Reuters, AFP und Bloomberg, die Nachrichtendienste von CNN, Washington Post, New York Times und McClatchy sowie das junge Auslandskorrespondenten-Netzwerk Global Post. "Nicht alle dieser Quellen sind normalerweise für Tribune-Blätter zugänglich", heißt es bei der Tribune.

Trotzdem ist der drittgrößte US-Verlag mit Blättern wie der Chicago Tribune und der Los Angeles Times nicht ganz konsequent. Websites und Fernseh-Kanäle sind von dem Experiment ausgenommen, und die Zeitungen verzichten trotzdem nicht auf Sportstatistiken und einzelne "besonders wichtige" Geschichten, die nur AP bietet.

Die Kündigung wäre im Oktober 2010 fällig. Aber vielleicht pokert die Tribune Company auch nur um weitere Rabatte. "Gib den Kunden 20 Prozent Preisnachlass - in welcher Branche auch immer -, und du wirst sie zurückgewinnen", schreibt der TV-Journalist Pat Kiernan bei Mediaite. "Nur in der hysterischen Welt der Zeitungsverlage ist das nicht genug."
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